Zertifizierung

nach dem Prüfungsstandard IDW PS 951 Typ 2

Kreditinstitute lagern vermehrt Teilprozesse an Servicegesellschaften wie die VR VertriebsServiceCenter eG aus, um sich auf ihr Kerngeschäft zu fokussieren. Doch welche Relevanz haben ausgelagerte Prozesse für die Prüfungswelt? Trotz Auslagerung von Teilprozessen bleibt die Verantwortung für das interne Kontrollsystem (kurz: IKS) immer noch beim Kreditinstitut. Um dieser Besonderheit Rechnung zu tragen, gibt es den Prüfungsstandard IDW PS 951.

Eine Prüfung nach IDW PS 951 bescheinigt der Service-Gesellschaft die Wirksamkeit und Angemessenheit ihres IKS. Für Kreditinstitute, die Prozesse an Service-Gesellschaften auslagern, hat das den Vorteil, dass sie die Bescheinigung für ihre eigene Jahresabschlussprüfung nutzen können. Umgekehrt ist die Bescheinigung für das Dienstleistungsunternehmen ein Qualitätsmerkmal. Sie bietet zudem den Vorteil, dass die Service-Gesellschaft nicht allen Abschlussprüfern ihrer Mandanten Einblicke in ihre internen Abläufe gewähren muss. Somit profitieren sowohl die Bank, als auch die Service-Gesellschaft von einer Zertifizierung.

Im Jahr 2013 wurde der PS 951 seitens des IDW neu gefasst und erweitert. Gegenstand der Prüfung ist die IKS-Beschreibung, sowie Kontrollen und Kontrollziele. Geprüft wird in der Regel über einen 12-Monats-Zeitraum, analog der Jahresabschlussprüfung. Seit 2013 sind im Prüfungsstandard erstmals Mindestinhalte für die IKS-Beschreibung definiert. Die Kontrollziele müssen nach neuer Fassung anhand geeigneter Kriterien abgeleitet und beurteilt werden. Typische Kriterien sind beispielsweise die Erfüllung der Anforderungen aus den MaRisk oder die Einhaltung von vertraglichen Service-Level-Agreements. Der 2013 neu gefasste IDW PS 951 erfordert im Ergebnis eine wesentlich umfangreichere Dokumentation des IKS und einen größeren Berichterstattungsumfang.

Autor:
Jan B. Töppe
Wirtschaftsprüfer und Geschäftsführer

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